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Wissenswertes aus der Welt der Markenstrategie

Nur der Konsument zählt! Stimmt nicht! 07.09.2017

Nur der Konsument zählt! Stimmt nicht!

Eine starke Marke braucht zuerst ein starkes Unternehmen.

Überall wird getrommelt: customer-centricity rules. Dass im Tagesgeschäft dieses Mantra oft vergessen wird, ist eine andere Sache. Und dass Konsumenten Menschen sind, ist noch eine andere Sache.

Natürlich ist Kundenorientierung ein Must. Ohne Kunden kein Business.  Jedoch beobachte ich, dass Unternehmen hier oft einem Missverständnis unterliegen. Kundenorientierung heißt nicht, sich in der Markenführung nur um das Image zu kümmern. Eine einseitige Aussenorientierung ist eine Gefahr für die Identität, Eigenständigkeit und Besonderheit einer Marke bzw. eines Unternehmens.

Die Konsumentenperspektive greift zu kurz, um eine durchsetzungsstarke Marke zu entwickeln. Eine Marke nur durch die Konsumentenperspektive zu profilieren, ist keine nachhaltige Strategie. Das zeigt die dazugehörige Werbung besonders deutlich. So viele austauschbare, glückliche Konsumentensituationen und Lifestyle-Schablonen, die beweisen sollen: wir verstehen dich!

Neben dem unverzichtbaren Blick nach Aussen, sprich einer umfassenden und einfühlenden Beschäftigung mit Konsumenten als Menschen, ist es genauso unverzichtbar, sehr interessiert, neugierig und kritisch nach Innen zu blicken.

Firmen dürfen sich niemals vom Image allein leiten lassen. Der erste strategische Blick muss sich nach innen wenden. Erst wenn man versteht, wie man als Unternehmen/ Marke selbst tickt und was man „drauf“ hat, kann man Konsumenten glaubhaft und klar vermitteln, warum sie genau hier besonders gut aufgehoben sind. Wer das ernsthaft und reflektiert analysiert, baut der Marke eine Plattform, die sie langfristig stärkt und besonders macht.

Schritt eins ist also, sich der echten „Leistungsschätze“ bewusst zu werden, die das Unternehmen ausmachen und besonders machen. In Schritt zwei geht es dann darum zu prüfen, wie und womit man am besten eine sinnvolle Rolle im Leben der Menschen einnehmen kann. 

Ich empfehle ein Hybrid-Verständnis, um Marken zu führen: eine Unternehmens-Menschen-Orientierte Markenführung.