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Wissenswertes aus der Welt der Markenstrategie

Out-of-the-Box Denken?! 05.06.2016

Out-of-the-Box Denken?!

Immer wieder hört man die Phrase: Wir müssen hier „out of the box“ denken. Ja, wenn das nur so einfach wäre!!!

Ein Hindernis sind unsere Erfahrungen und die daraus entstandenen, fixen Vorstellungen, Annahmen und Generalisierungen, wie etwas funktioniert. In der Wissenschaft spricht man von Mental Models.

Mental Models wirken häufig unbewusst. Sie bauen eine „box“, aus der wir nicht einfach auf Knopfdruck „rausdenken“ können. Auch, wenn wir das gerne täten bzw. angestrengt versuchen.

Achtung: Mental Models sind heimtückisch. Sie beeinflussen unbewusst unsere Entscheidungen und Handlungen. Sie können Erkenntnisfortschritte verhindern und dazu beitragen, „mehr vom Selben“ zu machen, auch wenn „das Selbe“ gar nicht richtig oder relevant ist. Mental Models können ein Grund sein, wenn man die echten Herausforderungen oder Chancen verkennt. Sie können überall „auftauchen“ und beeinflussen Annahmen über Kundenwünsche genauso wie die Beurteilung von Produkt-Benefits. In Unternehmen ist das Risiko vorhanden, dass ganze Teams diese mental models teilen, die sich aus Teamerfahrungen gemeinsam entwickelt haben. Umso wichtiger ist die aktive Auseinandersetzung im strategischen Prozess.

Im Empathie-Report von Strategie Austria und marketagent.com (März 2016) zeigen Ergebnisse zum Beispiel, dass es Marken aus Konsumentensicht zwar oft gut mit Kunden meinen, aber zum Teil falsche Maßnahmen setzen. Die Studienergebnisse suggerieren, dass auch falsche Annahmen über Kunden/Konsumenten dazu beitragen.

Konsumenten ist vor allem wichtig, dass ...! Unsere Kunden erwarten sich ...! Wir glauben, dass ...! Ein Reflexion ist immer angebracht: Worauf basieren diese Annahmen? Ist das wirklich(noch) so?

Vielleicht ist dieser Gedanke hilfreich, um besser mit Mental Models umzugehen: Erfahrungen sind wertvolle Vorteile, solange sie nicht unbemerkt zu Vorurteilen werden.