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Wissenswertes aus der Welt der Markenstrategie

Was können Marken von Leadern lernen? 12.04.2016

Was können Marken von Leadern lernen?

Dieser Blog-Beitrag ist inspiriert von einer aktuellen Lektüre zum Thema Leadership und Emotional Intelligence (Newman, Emotional Capitalists, 2014).

Es ist immer wieder interessant, was Marken von Menschen lernen können. Zum Beispiel Leadership.

Leadership Research hat herausgefunden, dass sich erfolgreiche Leader von weniger erfolgreichen durch eine Qualität unterscheiden: ihre empathische Fähigkeit.

Dabei geht es bei Empathie nicht darum, weich und flauschig zu sein, sondern zu demonstrieren, dass man die Welt aus der Perspektive des anderen sehen kann. Der emotionale Akt des Einfühlens reicht aber noch nicht aus. Einfühlen muss in ein „Ich verstehe dich-Verhalten“ übersetzt werden. D.h. der andere kann nur durch meine Handlungen und mein Verhalten erkennen, dass ich ihn wirklich verstehe (=> Brand Behaviour).

Was heißt das für Marken?

Marken können erst dann relevante Lösungen entwickeln und einen nützlichen Beitrag im Leben leisten, wenn sie verstehen, was Konsumenten vorhaben und was diese erreichen wollen.

Darum ist dieser Gedanke Where you stand, determines what you actually see! ein unverzichtbarer Merksatz für jeden, der für Menschen gute Lösungen anbieten möchte.

Sich die „Schuhe des Kunden“ anzuziehen und darin zu laufen, wird andere Erkenntnisse bringen, als aus der Sicht von Marketingzielen auf Konsumenten zu blicken. „Sich die Schuhe des Kunden anzuziehen“ - als empathischer Prozess - unterstützt somit den Perspektivenwechsel. Dabei muss man sich nicht einmal live in das Leben von Menschen begeben (es hilft natürlich), sondern, sich gedanklich (shared state theory) in die Situation anderer hineinzuversetzen.

Meine Erfahrungspraxis zeigt, dass Unternehmen immer wieder mit falschen oder zu wenig klaren Annahmen über ihre (potentiellen) Kunden arbeiten. Warum ist das so? Sie definieren aus ihrer Unternehmens- und Produktsicht heraus Konsumenten-Probleme, Erwartungen und Wünsche, die aber am wirklichen Menschen vorbeizielen. Das Ergebnis: wenig relevante Maßnahmen.

Das Fazit: Empathie ist eine unverzichtbare Kompetenz für erfolgreiche Markenführung.